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wz-bfg und Zeughaus

Im Moment passiert bei uns gerade eine Umorientierung. Wir haben viel über unsere Stärken und Chancen nachgedacht, und über die Weiterentwicklung der gewachsenen Idee von Wohnzimmer. Langer Rede, kurzer Sinn: wir werden uns selbst sozusagen neu erfinden. Mit dem kommenden Jahr wird das Kapitel Wohnzimmer abgeschlossen. Zeughaus ist nicht das neue Wohnzimmer, sondern wir sind das neue Zeughaus.

Lasst uns mal die letzten 12 Jahre Revue passieren. Zumindest aus meiner Perspektive. Mehr dazu hinter dem Falz:

1997 begann die Zusammenarbeit von Herwig “Pepi” Bachmann und Klaus Österle. Zwei Kreative haben ihre Köpfe in Pepis Wohnzimmer zusammen gesteckt, und der Poolbar ein außerordentliches Eventdesign verpasst. Und noch eines. Und noch eines. Daneben ging es weiter: in den Gründungsjahren der Schnittstelle in Koblach, in der ich persönlich oft zu Besuch war, bewunderte ich die Flyer und Barkarten (manchmal signiert mit einem kryptischen “wz”, manchmal auch nicht) ebenso wie die der Sonderbar und – etwas später – des Rauchclubs. Oder des Aprilcafés. Die Arbeiten dieser vermeintlichenInstitution “Wohnzimmer” gaben mir den endgültigen Kick in Richtung Grafikdesign. Schon während meines Studiums an der FH nahm ich mir vor: Entweder du schaffst das mit der Selbstständigkeit, oder du lässt dich bei Wohnzimmer anstellen. Wie es sich herausgestellt hat, ging beides: als Partner – also selbstständig – im Wohnzimmer. So viel Glück haben nur die Narren, sagt man.

Als ich über einen interessanten Wettbewerb 2004 mit Klaus in Kontakt kam – Pepi hatte sich gerade vom Wohnzimmer gelöst, um sich mehr der Musik zu widmen – passte die Chemie sofort. Recht bald ließ ich meine eigene Marke (Mutegraphics) fallen, und wurde “zum neuen Pepi”, wie es Herwig Bauer damals ausdrückte. Damals war ich etwas gekränkt, heute weiß ich diese Aussage als Kompliment zu schätzen.

Natürlich verändert sich der Charakter einer Gruppe, wenn 50% ausgetauscht werden. So war es auch bei Wohnzimmer. Zuerst mal ging es für mich ans Lernen. Grafisches Handwerk bei Klaus, Struktur und Kommunikation bei Sigi, geschäftliche Kompetenz und strategisches Denken bei Stefan: alles war Learning by Doing. Mit den Projekten wuchs auch meine Kompetenz im Social Web, hier habe ich viel Michael zu verdanken.

Unter meinem Beharren bekam Wohnzimmer auch ein Logo, ein Briefpapier und Klaus und ich eine Visitenkarte. Und vor allem auch eine Website. Oder, besser gesagt, insgesamt fast zehn Websites im Laufe der letzten fünf Jahre. Und immer mehr wandelte sich auch unsere Arbeitsweise. Obwohl wir inzwischen schon recht bekannt waren, waren wir 2006 für viele Leute noch mehr die Freaks und Künstler, als die wir uns übrigens niemals sahen.

Mit der Arbeit mit dem großartigen Team der 360 und Kooperationen mit Lovely Systems und der Webmeisterei, um nur einige zu nennen, fanden wir immer mehr Akzeptanz als echtes Designstudio. Viele unserer heutigen Kunden schätzen unsere direkte und persönliche Art, die gut konzipierten und medial verschränkten Arbeiten. Strategie und vor allem auch fokusierte, zielorientierte aber trotzdem hochwertige Kommunikation, das war und ist unser Ziel.

Wir möchten nun also den Schritt machen: wir schließen mit Ende des Jahres 2009 das Kapitel des Wohnzimmers, und feiern die tolle Zeit mit einem Web-Museum, in dem alle Flyer, Plakate, Comics, Hefte, Bücher und Websites archiviert werden. Und dann geht es weiter, im Zeughaus.

Mit frischem Wind in den Haaren.
Wir halten euch auf dem Laufenden.

Danke für eure Treue,
Oliver

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Kommentare:

  1. Alfons schrieb am 25 Oct 2009

    Freu mich schon aufs Kaffetrinken im Zeughaus :-) Die Kaffeemaschine im Wohnzimmer war ja letzthin letztlich hin.

  2. Nina Fischer schrieb am 26 Oct 2009

    Klingt interessant… bin schon sehr gespannt ;-)

  3. Oliver Ruhm schrieb am 30 Oct 2009

    Ein Freund fragte mich »Warum Zeughaus??« – also: ganz generell ist (oder war) ein Zeughaus der Ort der Stadt, in dem die Waffen und Gerätschaften gelagert waren. Die Bürger rüsteten sich hier also für bevorstehende Schlachten und Kriege. Diese Analogie soll den Wandel unserer Einstellung vom Wohnzimmer (nach innen gerichtet, behaglich) nach außen (aktiv, initiativ) erklären. Der Vergleich mit dem »sich rüsten« gefiel uns im Hinblick auf unsere Kunden gut, die sich mit Identität und Design rüsten, um in den Krieg des Marktes zu ziehen. Weiters steckt (phonetisch nur, aber leider nicht etymologisch) das Wort »Zeugung« drin: Das Schaffen von neuen Dingen, meint Kreativität. Zu guter Letzt ist auch die räumliche Evolution Sinnbild für unser Wachsen: vom Zimmer zum Haus.

  4. lukas schrieb am 3 Dec 2009

    … make it so!